Wittenberg

„Württemberg in Wittenberg“ folgten wir als Thema, als wir als komplette Schule von Maulbronn nach Wittenberg fuhren. Nach einer recht langen Busfahrt quer durch Deutschland, die wir uns durch kleine Spielchen, quatschen und schlafen angenehm gestalteten, kamen wir am Donnerstagnachmittag an. Wir bezogen unsere Zimmer in der zentral gelegenen Jugendherberge an der Schlosskirche und starteten nach dem Abendessen noch zu einem ersten kleinen Stadtspaziergang mit Frau Hennen, der Tante einer Schulkameradin. Bis zum Hausschluss erkundeten wir die gemütliche Stadt noch auf eigene Faust, bevor wir müde in unsere Betten fielen.

Am Freitagmorgen folgte der nächste, diesmal freiwillige, Teil der Stadtführung, in der wir die Cranachhöfe besichtigten. Die anschließende letzte Probe war natürlich wieder für alle Sänger vorgesehen und führte uns auch zum ersten Mal in die besagte Halle „Württemberg in Wittenberg“, die Bäume an der Hauswand wachsen ließ, einen beleuchteten und hängenden Weinberg betrieb und gemütlich mit Palettenmöbeln eingerichtet war.

Wir sangen dort zwei Konzerte und einmal gingen wir in die Altstadt, um dort die Menschen auf uns aufmerksam zu machen und zum Konzert einladen zu können. Unter anderem zogen wir 20 Minuten singend durch die Altstadt und ließen dabei die vorbeikommenden Menschen an unserer Freude teilhaben, die wir durch das Lied „Freedom is coming“ äußerten.

Meist waren wir in kleinen Grüppchen unterwegs, schauten uns die Torräume an, die rings um die Altstadt zu verschiedenen Themen aufgebaut waren, besuchten auch die Ausstellung „Luther und die Avantgarde“, bei der Zellen ganz vielfältig gestaltetet waren. Dieses alte Gefängnis interessierte und beeindruckte uns in vielerlei Hinsicht, wirkte sich aber auch bedrückend auf unser Gemüt aus. Dennoch regte es zum Nachdenken und zur Diskussion an und wir würden es, genau wie das Asisi-Panorama über Luther, weiterempfehlen. In diesem zylinderförmigen Gebäude konnte man sogar zu verschiedenen Tageszeiten, Stationen, Situationen und Lebensumstände Luthers bewundern.

Die vielen Parks und auch die Altstadt luden einen zu Spaziergängen ein, um beispielsweise den mit Eindrücken gefüllten Tag ausklingen zu lassen.

Wir genossen das gute Wetter, aßen Eis und sangen immer mal wieder. Bei einer solchen Aktion wurde eine kleine Gruppe am letzten Abend von uns angesprochen, ob sie sich vorstellen könne, auch auf der Bühne mitzusingen. Den Rahmen bot das auf dem Marktplatz stattfindende Friedensgebet mit einer Lichterkette aus Teelichter-haltenden Menschen, die bereits zuvor durch die Stadt zogen. Mit der Zeit stießen beinah alle Semis dazu und gesellten sich zu ihnen auf die Bühne. So sangen wir „Freedom is coming“, ein Abendlied und noch einen Song unseres Programms. Natürlich begleiteten wir die Besucher bei dem Friedenslied „Dona nobis pacem“.

Diese spontane Aktion wurde zu unserem persönlichen Höhepunkt, den wir nicht vergessen werden und der uns den Wittenbergaufenthalt noch zu einem ganz besonderen machte. Aber auch so empfanden wir die Zeit als sehr eindrücklich, interessant und auch einfach schön in der Gemeinschaft und Umgebung.

von Annika Graf und Dorothee Vogel (Promotion 2014/2018)

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Wittenberg und Berlin

Über die Woche vom 13. Juli bis zum 21. Juli 2017 schrieb ich in mein Tagebuch, in das ich nur selten, an ganz besonders schönen Tagen, reinschreibe:

Jeder der vergangenen Tage hätte eine ganze Seite verdient, denn es fühlt sich an als hätten wir ein ganzes Buch durchlebt. Für mich war es ein Abenteuerbuch im jugendlichen Stil, eine gute Mischung aus Kultur und Aktion. Die Fahrt nach Wittenberg hatte etwas Neues und Aufregendes an sich, keiner wusste genau was uns erwartet, klar, dass Luther vor 500 Jahren die Reformation eingeleitet hatte, war auch bei uns angekommen, doch vorbereitet hatte sich niemand, warum auch ? Das Werkzeug unsere Stimmen war mit im Gepäck. Auf Straßen und Bühnen, spontan oder geplant sangen wir „Freedom is coming“ sowie Choräle, die wie es schien, dem Publikum nahegingen und uns eine Freude/ Gemeinschaft erleben ließ, die wir sicher alle in Erinnerung behalten werden. Aus dem Alltag auszubrechen hat sich gelohnt, die Zeit mit Freuden aus anderen Promos war eine gute Basis für die Berlinfahrt. 

Ab nach Berlin ging es mit Herrn Utz und Frau Heinzelmann am Sonntagvormittag, Schwups, waren wir auch schon mitten in Berlin. Die „Alte Feuerwehrwache“ in Kreuzberg, unsere Herberge, überwältigte uns mit den hohen Decken, großem Flur und WG-Gefühl. Wir waren alle froh, dass wir es so grandios erwischt hatten. Da machte es auch nichts, dass kurz darauf, bei einer Fahrt auf der Spree, das Wetter sich nicht so wirklich entscheiden konnte. Die gute Stimmung, trotz vorangegangenen kürzeren Nächten, blieb uns erhalten. Den Abend durch Berlin streifend oder bei Film und Tee ausklingen lassend, verging der erste Tag.  Dass es nicht doch noch ein ganzes Buch wird, erzähl ich schnell von meinen eigenen Höhepunkten: Der Rahmen an Kultur und auch Kunst war uns gegeben und eine gute Portion Freiheit auch. Über die Museumsführer könnte man schon allein einen Vergleich schreiben, sie waren jeder auf seine Weise mitreisend, vom Engagierten, Neugierigen bis zum lustigen Dummschwätzer war alles dabei. Ein Besuch jedoch wurde, durch die selbst durchlittene Geschichte des Museumsführers im Stasi-Gefängnis Hohnenschönhausen, zu etwas Lebendigem, Besonderem. Der ältere Mann war der letzte Zeitzeuge der noch in den Kellerzellen, dem so genannten U-Boot, gefangen war. Die erschreckende Situation in der DDR wurde uns durch seine eigenen Erfahrungen vor Augen geführt. Auch das jüdische Museum mit seiner genialen Architektur war sehr beeindruckend.

Nach ein bis zwei gemeinsamen Programmpunkten ging es in alle Himmelsrichtungen (natürlich nur in 3er Gruppen); die kulinarische Seite Berlins  wurde erkundet. Von indisch bis viermal am Tag Döner wurde ausgetestet und Berlin entdeckt. Die Stunden nach der Nationalgalerie oder dem Bundestagbesuch wurden ausgeweitet, was auch einer tollen Lichtprojektion auf eine Häuserwand hinterm Reichstag geschuldet war, die viele besuchen wollten. Das Treffen mit den Blaubeurern am letzten Abend führte zu einem spontanen Pony vor dem Brandenburger Tor und nette Zusammensein im Park.  Mit neugewonnenem Wissen über die Geschichte unseres Landes aber auch dem Hinweis, dass es andauernd mutige Menschen braucht, die mit offenen Augen durch die Welt gehen, um die Demokratie zu erhalten, kehrten wir am Donnerstagmorgen nach Maulbronn zurück.

von Miriam Kupfer (Promo 2015/19)

  • 1 Wittenberg
  • 1 Wittenberg2
  • Bundestag
  • Juedisches Museum
  • Mauerpark
  • Museeumsinsel
  • Nationalgalerie
  • Promo 15 20
  • Semi Blaubeuren und Semi  Maulbronn
 

Landexamen

Dreizehn unerschrockene und ausgesprochen liebenswerte Kandidaten traten in diesem Jahr zu unserer Aufnahmeprüfung, dem Landexamen, an. Es galt, insgesamt drei schriftliche (Deutsch, Mathe, Englisch) und zwei mündliche (etwa Geschichte, Reli, Französisch oder Musik) Prüfungen zu absolvieren. 

Daneben blieb viel Platz für das Kennenlernen des Seminars, das Schwimmen im Tiefen See (mit Boot!), Einkaufen und Kochen (Pizza!), einen gefährlichen Spieleabend (Feuer!) und eine Führung durch das Kloster (870 Jahre alt!). Nicht vergessen werden darf das abendliche „Werwolf“-spielen (Werwolf!). Bestes T-Shirt des Landexamens: „I love toxic waste“.

Wir drücken allen Kandidaten ganz fest die Daumen und hoffen, sie im September bei uns willkommen heißen zu dürfen.

  • Abendprogramm auf dem  Klosterhof Kopie
  • Abschlussgrillen (2) Kopie
  • Abschlussgrillen Kopie
  • Ephorus Keitel mit Semis Kopie

 

Abitur

Sie haben die letzten vier Jahre gemeinsam gelebt, gelernt und gelacht. Nun erhielten die 19 Abiturienten des Evangelischen Seminars Maulbronn im festlichen Rahmen ihre Abschlusszeugnisse. Wir freuen uns, dass alle Abiturienten des Jahrgangs das Abitur bestanden haben. Der Abiturschnitt der Promotion 2013/2017 liegt bei 1,9 und ist damit erneut deutlich besser als der Landesdurchschnitt. Besonders erfolgreich war Freya Garhöfer mit dem Traumschnitt von 1,0. Des Weiteren wurden Preise für herausragende Leistungen in bestimmten Bereichen überreicht.

  • Abifeier2017(C)ConradSchmitz

Bild der Abiturienten: Conrad Schmitz


Wir gratulieren den Preisträgern des Evangelischen Seminars Maulbronn 2017:

Vorgeschlagen für die Studienstiftung des deutschen Volkes:  Freya Garhöfer
   
Ev. Studienwerk Villigst: Charlotte Neher
   
Besonderes Engagement:  Louis Krause 
   
Europäisches Abitur: Clara Neurath
   
Preis der Adolf-Mann-Stiftung: Charlotte Neher
   
e-fellows-Stipendium (Abitur besser 1,6):

Freya Garhöfer 

  Clara Neurath
  Louis Krause
  Marie Österle 
  Rahel Waidner
  Andreas Geiger
   
Scheffelpreis (Literarische Gesellschaft): Freya Garhöfer 
   
Humanismus heute (Griechisch): Freya Garhöfer
  Louis Krause
  Clara Neurath
  Rahel Waidner 
   
Humanismus heute (Latein): Freya Garhöfer
   
Englisch-Preis: Marie Österle
   
Musik-Preis (Eberhardt-Stiftung): Paul Blessing
  Rahel Ehret
  Amelie Fritz
  Freya Garhöfer
  Daliah Mezger
  Clara Neurath
  Marie Österle
   
Preis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung: Freya Garhöfer
   
Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft: Louis Krause
   
Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker: Clara Neurath
   
Paul-Schempp-Preis (Religion):   Clara Neurath
   
Hermann-Maas-Preis (Religion):  Leonie Dany

  • Ein Hoch auf die Kueche
  • Fleissige 11er beim Sektempfang
  • Laienrefektorium
  • Lehrer
  • Tolle Dekoration
 

Bilder und Pressetext zur Abiturfeier von M. Heinzelmann: 

Feierlich zogen die diesjährigen Abiturienten am 29.06.2017 mit Pfarrerin Ose durch das Hauptportal in die Klosterkirche Maulbronn ein. Der festlich gestaltete Gottesdienst, bei dem auch Lehrer und Mitschüler mitwirkten, bildete den richtigen Rahmen für die Abiturienten, für die vier Jahre am Seminar Maulbronn nun zu Ende gingen.

Das Wetter spielte mit, sodass der anschließende Sektempfang im Kreuzgang des Klosters und unter freiem Himmel stattfinden konnte. Im Laienrefektorium warteten die festlich geschmückten Tische und ein köstliches Büffet auf alle Gäste, die einzelnen Promotionen der Schule, Lehrer, Familie und Freunde.

Die Abiturrede von Ephorus Keitel war ein gelungener Auftakt in das Abendprogramm, da dieser u.a. aus den Briefen der Abiturienten anonym zitierte, die er vor dem Eintritt ins Seminar von diesen erhielt und somit einen Bogen spannte. Mit einem Lächeln im Gesicht erkannten sich die einzelnen Schüler/innen wieder. Herr Griesinger gestaltete die legendäre Lehrerrede, welche er zur Freude der Abiturienten mit viel Humor und trotzdem einer nicht fehlenden Ernsthaftigkeit vortrug. Die Abiturientinnen Daliah Mezger und Lea Muckenhaupt fanden in ihrer Rede die richtigen Worte, die ihren Jahrgang als einen ganz besonderen  auszeichnete und bedankten sich bei allen, von denen sie auf ihrem Weg am Semi begleitet wurden.

Ein Höhepunkt des Abends war selbstverständlich die Zeugnisübergabe und die Vergabe der zahlreichen Preise. Auf die Gesamtnote 1,9 können die Seminaristen wirklich sehr stolz sein. Freya Garhöfer bestand das Abitur mit der Traumnote 1,0.

Einzelne Klassenbeiträge sorgten zudem für eine ergreifende Stimmung im Saal und drückten einmal mehr die Gemeinschaft, die am Seminar Maulbronn herrscht, aus. Der Elternbeitrag des ehemaligen Seminaristen, Herrn Neher, ließ außerdem die Zeit der Abiturienten am Seminar Maulbronn Revue passieren und betonte die besondere Bildung – mitunter durch den altsprachlichen, musikalischen und theologischen Schwerpunkt – des Seminars, welche den Seminaristen zuteil geworden ist. Er sei sehr dankbar für diese Möglichkeit, die die Schüler am Seminar hätten.

Der Abend klang musikalisch mit Liedern der Eltern und Abiturienten langsam aus. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verließen die Abiturienten am Ende der Abiturfeier das Laienrefektorium, lachend vor Freude über das bestandene Abitur und weinend, da die schöne und ganz besondere Zeit als Seminarist sich nun wirklich dem Ende zuneigt. Denn am nächsten Tag, nach der bewegenden Andacht im Chorgestühl, verabschiedeten sich die Abiturienten als Promotion mit dem Auszug aus der Mühle.

 

Kletterpark

Fast wäre unser Ausflug am 29. Juni buchstäblich ins Wasser gefallen, aber wir hatten Glück und der langersehnte Ausflug in den Kletterpark nach Illingen der Klassen 9 und 10 konnte Gott sei Dank stattfinden.

Nach dem Frühstück versammelten sich  die Semis mit Frau Schön und Frau Heinzelmann auf dem vorderen Klosterhof. Mit Proviant und Regenkleidung ausgestattet – die nur noch eine Weile  auf der Wegstrecke in Anspruch genommen werden musste – ging es los. Aber was wäre das Wandern ohne Musik? Dafür wurde im Vorfeld gesorgt, sodass – in einer moderaten Lautstärke natürlich – Melodien aus dem kleinen transportablen Lautsprecher eines Schülers erklangen und eifrig mitgesungen wurde. Selbstverständlich wurden auf der malerischen Strecke nach Illingen auch andere Lieder angestimmt und gute Gespräche geführt. So verging die Zeit wie im Flug und wir erreichten nach ca. zwei Stunden den Kletterpark. Kurz stärken und dann wurden nach der Einführung die Klettergurte und Helme angelegt. Das gegenseitige Helfen und Arbeiten im Team wurde nicht nur bei der Einführung großgeschrieben.

Mit viel Freude, aber auch mit etwas Respekt vor der Höhe und den Herausforderungen, die der Kletterpark für einige bot, hangelte man sich durch die Bäume des Waldes. Ein Highlight war mit Sicherheit der See über den man mithilfe eines Seils gleiten konnte oder der Mini-Bungee Jump. Nach ein paar Stunden ging es schließlich wieder Richtung Semi – diesmal aber mit Bus und Bahn. Was für ein schöner und erfolgreicher Ausflug, der Gott sei Dank nicht ins Wasser gefallen ist!

von M. Heinzelmann

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