Griechenland-Fahrt

Fahrt nach Ancona:

Wir wollten uns gegen 1 Uhr an der Bushaltestelle treffen, bis 1.15 waren auch alle da, nur der Bus fehlte. Herr Keitel und sogar Frau King kamen noch extra einmal zu uns, um sich zu verabschieden und uns eine gute Reise zu wünschen. Mit einer Verspätung von einer halben Stunde fuhren wir dann los. Gegen ca. 5 Uhr morgens kamen wir in Füssen an, wo wir uns mit unserem Busfahrer, der uns auf der ganzen Griechenlandfahrt begleiten wird, trafen. Peter machte gleich einen sympathischen Eindruck auf uns alle und wer Lust hat mit ihm zu reden, setzt sich einfach während der Fahrt neben ihn. Man kann sich wirklich gut mit ihm unterhalten und wir haben so auch erfahren, dass er nicht nur Busfahrer, sondern auch noch Fahrlehrer ist. Während der ganzen Fahrt standen wir nicht einmal im Stau und kamen dann gegen 15 Uhr, nachdem wir an den Geburtsstädten von Vergil (Mantova) und Catull (Verona) vorbeigefahren waren, in Ancona an. Der erste Blick auf das Meer hatte sich uns aber schon ca. 2 Stunden früher mit dem Ausruf von Herr Utz "il mare!" geboten. 

 Fähre von Ancona nach Igoumenitsa:

Nachdem wir 2 Stunden im Hafen gewartet hatten ging es endlich auf die Fähre. Unsere Schlafplätze waren im großen und ganzen ganz okay.... Allerdings konnte man die ganze Nacht das Licht nicht löschen, was deutlich den Comfort beeinträchtigte. Anfangs versuchte noch so mancher auf dem Deck zu schlafen, allerdings begann es dann zu regnen und so kamen dann schließlich doch alle hinein. Die Fähre hatte ein große Lounge mit Bar und wir spielten den ganzen Abend Karten. In der Lounge wurde auch Karaoke gesungen und so sangen auch nach einigem Zögern unsere Mädels und übertrafen natürlich bei weitem alle anderen Sänger. Allmählich hatten sich die meisten zur Ruhe gelegt, hatten doch fast alle ein wenig Kopfschmerzen vom ständigen Schwanken und Vibrieren, doch einige zog es noch in die Diskothek. Tatsächlich war die Disco schön eingerichtet und die meisten von uns ließen sich die Stimmung durch die fast leere Bar nicht verderben. Gegen morgen zog es mich und fast alle natürlich sofort aufs Deck und es boten sich uns die ersten griechischen Insel zum Anblick. Gegen 10 Uhr (griechischer Zeit) legten wir dann im Hafen von Igoumenitsa an. Dank der neu gebauten Straße erreichten wir das Zeusorakel in Dodona nach einer Stunde Fahrt. 

Zeusorakel Dodona:

Das Zeusorakel von Dodona liegt außerhalb der Stadt in der Ebene. Zusammen mit dem zwei weiteren Teilen, nämlich der Akropolis, dort lebten die Menschen, und der Nekropolis, dem Friedhof, bildete die Agora die klassische griechische Stadt. Die ältesten archäologischen Funde reichen bis ins 2. Jahrtausend v. Chr. zurück. Der Orakelkult soll im zwölften Jahrhundert v. Chr. begonnen haben. Ursprünglich bildete nur eine einfache Eiche das Zentrum des Orakels. Priester, die sich nicht die Füße wuschen, deuteten das Rauschen der Blätter. Im neunten Jahrhundert wurden neben die Eiche noch Klangschalen aufgestellt, um die Klänge des Baumes zu erweitern. So taucht die Orakelstätte auch in der Ilias von Homer auf, als Achilleus zu Zeus betet, dass sein bester Freund Patroklos im Kampf unterstützt werden soll: "Zeus, Herr von Dodona! Pelasgier! Ferne wohnend! Der du Dodona beherrschst, der schlimmwinterlichen, und rings wohnen die Sellen, deine Deuter, mit ungewaschenen Füßen, am Boden lagernd." (16. Gesang, V. 232ff) Man vermutet, dass die Menschen immer nur für hochkomplizierte und gewichtige Entscheidungen das Orakel befragt hätten. Aus den überlieferten Orakelsprüchen aber wissen wir, dass vor allem der bürgerliche und einfache Mann nach Dodona kam, um das Orakel zu befragen (nicht so wie in Delphi!!). Er ritzte seine Fragen einfach in kleine Metalltäfelchen und erhielt auf der Rückseite die Antwort. Dass Dodona ein Volksorakel war sieht man gut an den folgenden beiden Orakelsprüchen aus dem 7. Jahrhundert: 

"Soll Nikias die Werkstatt errichten oder nicht?“

„Ist das Kind von mir oder nicht?"

Im vierten Jahrhundert v. Chr. erlebte das Orakel einen großen Aufschwung, da ein großes Weihgeschenk aus Kerkyra gestiftet wurde. Daraufhin stieg der Zustrom zur Orakelstättte stark an und so bekam die alte Eiche eine architektonische Umfassung, den Tempel des Zeus Naios. Direkt daneben befindet sich ein Tempel der Dione, einer weiblich verehrten Form von Zeus. Daneben gab es noch einen Aphrodite- und Heraklestempel. Für die Spiele die jährlich für den Gott des Heiligtums veranstaltet wurden, gab es neben der Laufbahn auch noch ein Theater. Dieses Theater wurde später von den Römern noch umgebaut und konnte so auch als Arena für Gladiatorenkämpfe dienen. Vom Theater ist bekannt, dass das Stück "Andromache" von Euripides aufgeführt wurde. Mich beeindruckt vor allem die Größe des Theaters, bietet es doch Platz für 18.000 Zuschauer. Diese stammten natürlich nicht nur aus der Polis, diese war viel kleiner, sondern kamen zum Teil von sehr weit für ihren Orakelspruch angereist. Im vierten Jahrhundert n. Chr. zerstörte Kaiser Theodosius schließlich das Orakel, ließ die Eiche fällen und grub sogar ihre Wurzeln aus, um den Ort wirklich vollständig zu entweihen.

  • 4 Die ersten griechischen Inseln am Morgen
  • 5 Das Theater in Dodona
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  • Tempelruine der Dione und Akropolis

Meteora – Klöster

Als wir vom Zeusorakel zu unserem ersten Hotel fuhren, regnete es anfangs noch und es war recht neblig. Der Blick auf die phantastischen Felsen blieb uns für den Anfang verwehrt. Aber schon auf der Fahrt hatte man diesen asphaltartigen bzw. betonartigen Stein gesehen, der wie gegossen, ja sogar künstlich, in der Landschaft wirkte.

Am nächsten Morgen sollten wir Glück haben, denn es klarte auf und durch den Regen am Tag davor, war der Ausblick unfassbar klar. Der Ausblick von den Klöstern und auch der Anblick dieser einzigartigen Landschaft ist wirklich wahnsinnig, wenn ihr dort in der Nähe seid, geht dort hin! Von ursprünglich 14 Klöstern sind heute noch 7 übrig geblieben. Sie sind alle oben auf Felskuppeln gebaut. Wir besichtigten zwei der Klöster, ein Herren- und ein Nonnenkloster. Es war etwas merkwürdig, dass einem solchen rituellen Ort, zumindest im ersten Kloster, alles vollkommen von Touristen überlaufen war und Chorgesang über Lautsprecher zu hören war. Das Zentrum der Klöster bildete jeweils das Katholikon. Dieses ist in drei Bereiche durch Mauern geteilt. Den ersten Teil bildet der sogenannte Narthex, in dem die wichtigsten Kulthandlungen vollzogen werden, danach folgt die Hauptkirche und die Apsis, der heiligste Ort, den nur Priester betreten dürfen.

Thermopylen

Auf dem Weg nach Delphi haben wir das moderne Denkmal für den Spartanerkönig Leonidas und seine Krieger besichtigt. Die Spartaner hatten dort in einer Felsenge das Vordringen der Perser verhindert, obwohl sie wussten, dass sie die Stellung nicht halten konnten. Sie kämpften nach spartanischen Idealen bis zum Ende und nahmen ihren Tod für die Freiheit der Griechen in Kauf.

Der Nabel der Welt – Delphi

Delphi bildete neben Olympia den wichtigsten religiösen Ort der Griechen und war die wichtigste Orakelstätte in der ganzen Antike. Nicht nur Griechen, sondern auch Lyder, wie Kroisos, Thraker und Perser kamen von weit her um ihre Handlungen nach dem Orakel auszurichten. Dem Mythos nach tötete Apollon die dort lebende riesige Schlange Python und nahm den Ort in Besitz. Dort wurde schließlich ein großer Tempel für den Gott Apollon gebaut, in dem die Pythia saß und ihre Orakel sprach. Bekannt sind die Leitsprüche, die auf dem Tempel standen:

„Erkenne Dich selbst“ - Einerseits die Grenzen die man als Mensch hat zu erkennen, andererseits die Eigenheit von sich selbst.

„Nichts im Übermaß“

Die Polis schickten Gesandtschaften zum Orakel, um Entscheidungen zu treffen, wie zum Beispiel wo sie Kolonien gründen sollen. Sie präsentierten ihren Reichtum in prunkvollen Gebäuden und Statuen, um den anderen Poleis zu zeigen, wie mächtig sie sind. Neben den zahlreichen Schatzhäusern gab es noch ein Theater und oberhalb des Theaters ein Stadion. Obwohl sich die ehemaligen Poleis dort heute nicht mehr repräsentieren, stellte die Stadt Athen am Anfang des 20. Jahrhunderts ihr antikes Schatzhaus wieder auf.

Anschließend besuchten wir das Ausgrabungsmuseum, in dem ein gut erhaltener Fries aus dem Schatzhaus der Siphnier zu sehen war. Besonders beeindruckend waren noch eine große Sphinx, der Wagenlenker und der goldene Bronzestier.

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Musikvideo

Wichtiger Bestandteil des Musikkonzepts am Seminar sind die im zweijährigen Turnus stattfindenden großen Oratorienprojekte, an denen nahezu alle Schülerinnen und Schüler im Chor beteiligt sind. 2015 wurde im Rahmen der Klosterkonzerte Maulbronn das Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn in der ausverkauften Klosterkirche unter der Leitung des Seminarmusiklehrers Sebastian Eberhardt aufgeführt.

Die „junge Besetzung verlieh dem Oratorium einen jugendlich frischen, lebendigen Gesamtklang, der sich imposant und raumfüllend in der Klosterkirche ausbreitete und durch dynamische Spannungsbögen bestach“ schrieb Matthias Czop im Mühlacker Tagblatt. Die „fulminante Aufführung“ (Anita Molnar, Pforzheimer Zeitung) wurde von der K&K Verlagsanstalt (www.kuk-art.com) mitgeschnitten. Sicherlich nicht nur allen Mitwirkenden „bleibt ein ergreifender Abend mit stehenden Ovationen in Erinnerung“ (Anita Molnar, Pforzheimer Zeitung). Unter Schule -> AGs können außerdem zwei Hörbeispiele angehört werden. Neben unserem Chor wirkten das Ensemble "musica viva Stuttgart" sowie die Solisten Sophie Sauter (Sopran), Kai Kluge (Tenor) und Conrad Schmitz (Bass) am Projekt mit. 

 

 

Kreuzweg der Jugend

Kreuz tragen, singen, Kerzenschein im Kloster, der Passionsgeschichte lauschen. Das bedeutet der Kreuzweg der Jugend, der sehr eindrücklich gestaltet wurde von Maulbronner Konfirmanden und Seminaristen. Begleitet durch den Taizé-Gesang „Bleibet hier und wachet mit mir“ zogen rund 70 Jugendliche durch das Kloster. Allen voran wurde ein großes Holzkreuz zu den vier Stationen getragen, das das Leiden Jesu noch anschaulicher werden ließ. Besonders im Herrenrefektorium herrschte eine eindrucksvolle Atmosphäre durch den Hall des „O Haupt voll Blut und Wunden“ und den Kerzenschein. Beendet wurde diese zum Nachdenken anregende Zeremonie in der Klosterkirche, als alle sich mit einem Teelicht um das Kreuz versammelten, es um das authentische Symbol drapierten und noch ein letztes Gebet, die Worte Jesu, gemeinsam sprachen.

von Dorothee Vogel (Promotion 14/18)

 

Kantatengottesdienst

Am Palmsonntag, dem 20. März 2016 brachten ehemalige und aktuelle Seminaristen gemeinsam als Abschluss eines Promotionen-übergreifenden Projekts die Kantate "Himmelskönig, sei willkommen" von Johann Sebastian Bach (BWV 182) zur Aufführung. 

Dieses Werk mit Vokalsolisten, Streichorchester, Solovioline, Soloblockflöte, Orgel und vierstimmigem Chor wurde komplett von aktuellen und ehemaligen Seminaristen musiziert. Die Predigt übernahm Pfarrerin Irina Ose. 

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Herzog Christoph

Exkursion zur Ausstellung Herzog Christoph in Stuttgart - Seminaristen unterwegs zu Ihren Wurzeln

Da unsere Schule eine besondere Schule vor allem in Bezug auf ihre Geschichte ist, haben die Klassen 9 und 10 am Sonntag, den 20. März 2016 einen Schulausflug zu unserem Gründer gemacht. Christoph, der Württemberg von 1550 bis 1568 regierte, war ein Renaissancefürst im Zeitalter der Reformation und zählt zu den bedeutendsten Herzögen Württembergs. Er verbreitete nicht nur die Reformation in Württemberg und löste damit die katholischen Orden in Klöstern wie Maulbronn auf, sondern richtete in den Gemäuern dann evangelische Schulen mit Internaten ein, um eine Absicherung des Glaubens und die Zukunft des Berufs des evangelischen Pfarrers gesichert zu haben. Wir sind eines der übrig gebliebenen Seminare und mächtig stolz auf unseren Gründer. 

Als wir nach dem Mittagessen voller Vorfreude und mit reichlich Proviant ausgestattet in den Bus nach Stuttgart stiegen, wussten wir noch nicht so recht, was uns erwartet, doch wir wurden nicht enttäuscht. Die Ausstellung im Stuttgarter Landesmuseum ist wirklich einmalig. Man fühlte sich in der Führung, die wir bekamen, sofort wohl und bekamen das Gefühl willkommen zu sein. Unsere Führerin betonte sehr oft, dass wir eine besondere Gruppe seien (mit unserem Bezug zu Herzog Christoph). Nach unserem ausführlichen Rundgang durch das von Christoph erbaute Alte Schloss im Herzen Stuttgarts, das heute das Landesmuseum Württemberg beherbergt, hatten wir Gelegenheit die Ausstellung noch auf eigene Faust zu erkunden. Bei Fragen standen uns das hilfsbereite Museumspersonal, sowie unsere Lehrer zur Verfügung. Nach ein paar eindrucksvollen Stunden durften wir noch unsere restliche Energie in der Innenstadt austoben und wurden dann pünktlich zum Abendessen wieder ans Semi zurückgebracht.

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  1. Jugend musiziert
  2. Spende