Wein, Worte und Weisheit: Was uns das antike Symposion heute noch lehrt
Am Samstag, den 7. November 2025, besuchten 11 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 10 bis 12 des Evangelischen Seminars das Philologische Seminar der Universität Tübingen. Im Workshop „Wine – Words – Wisdom: Das Symposion in der griechischen Antike“ gingen sie der zunächst banal erscheinenden Frage nach, worin die Funktion des gemeinsamen Essens, Trinkens und Diskutierens besteht.
In Vorträgen und Arbeitsgruppen sprachen die Jugendlichen verschiedene Facetten des Symposions (aus griechisch σύν: zusammen + πίνω: trinken) an: von Platons berühmten gesitteten Gesprächen über Eros bzw. die Liebe bis hin zum brutalen „Anti-Symposion“ des Monsters Polyphem in der Odyssee und zu Plutarchs Blick auf das Symposion als Ort von Machtpolitik. Im Zentrum stand dabei die immer noch aktuelle Fragestellung: Wie verständigen sich Menschen in einem gemeinschaftlichen Rahmen über sich selbst, die Welt und ihre Werte.
Die Schülerinnen und Schüler diskutierten mit großer Ernsthaftigkeit und zugleich Leichtigkeit, was echte Gastfreundschaft bedeutet und warum das gemeinsame Gelage und das Reden über die wichtigen Fragen des Lebens gerade in unserer heutigen, oft digitalen und schnelllebigen Welt eine unverzichtbare Rolle für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einnehmen.
Der Ausflug an die Universität hat allen Beteiligten großen Spaß gemacht. Er hat eindrucksvoll gezeigt, dass die philosophischen Kernfragen der Antike auch für unser heutiges Zusammenleben zeitlose Denkanstöße liefern.