Gründung
Das 1147 gegründete Zisterzienserkloster Maulbronn wurde bei der Einführung der Reformation durch Herzog Christoph von Württemberg bewusst nicht aufgelöst. Stattdessen gründeten der Herzog und sein Reformator Johannes Brenz 1556 das evangelische Seminar, das bis heute besteht.
Kloster und Seminar
Die im romanischen und gotischen Stil errichteten Klostergebäude waren für die neue Nutzung besonders geeignet. Deshalb verzichtete man in den folgenden Jahrhunderten auf größere Um- oder Neubauten. Heute gilt Maulbronn als die besterhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen.
Die öffentlich zugänglichen Räume sind kein Museum, sondern Teil des Seminars. Seit Jahrhunderten leben und arbeiten hier ohne Unterbrechung Menschen – zunächst Mönche, heute Seminarist:innen. Die durchgehende geistliche Nutzung des Klosters wird auch in der Urkunde zur Anerkennung als Weltkulturerbe hervorgehoben. In der besonderen Atmosphäre der Anlage erhalten die Seminarist:innen seit der Gründung eine umfassende und breit angelegte Bildung und Erziehung.
Berühmte Schüler:innen
Zu den bekanntesten Ehemaligen der württembergischen Seminare zählen Johannes Kepler, Friedrich Hölderlin, Eduard Mörike, Georg Herwegh, Hermann Kurz, Albrecht Goes und der Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse. Ebenfalls zu den bedeutenden Absolventen gehören der französische Diplomat Karl Friedrich Reinhard sowie die Theologen und Philosophen David Friedrich Strauß und Eduard Zeller. Über Jahrhunderte haben zahlreiche Maulbronner Seminaristen das geistige und geistliche Leben des Landes geprägt. Seit über 50 Jahren besuchen nun auch Mädchen das Seminar.